So ritzte sie sich "ILD mein Werwolf" in den Arm. Ich fragte sie natürlich nach dem Sinn dieser Tat. Sie sagte mir nur, dass es ihre Art sei, um seelische Schmerzen und Wunden abzubauen. Ich war erst etwas erstaunt, jedoch nach einigen Wochen begann ich nunmehr mich auch mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Dabei erfuhr ich so einiges von Leuten, welche auch unter dem so genannten "SelbstVerletzendenVerhalten" leiden. Während all’ dieser Nachforschungen zur Szene "Gothic" bemerkte ich gar nicht mehr, wie ich auch so langsam in diese abglitt. Ich begann also auch damit, depressive Gedichte zu schreiben und bemerkte nunmehr was an der Welt alles negativ war. Nach einer Weile verstarb auch meine Katze, mit der ich groß geworden bin. Es kam der erste Heulkrampf und kurze Zeit später folgte auch schon der erste Schnitt. Ich hatte anfangs starke körperliche Schmerzen dabei, jedoch merkte ich dadurch auch wie der seelische Schmerz weniger wurde. Die Tage zogen dahin und ich dachte eigentlich ich wäre weg davon, nur nach 1,5 Jahren trennte sich Lissy von mir und so begann ich wieder damit mich zu ritzen. Kurze Zeit später lernte ich meinen Seelenbruder kennen. Er vermittelte mir, dass Ritzen die letzte Lösung sei. Ich solle doch erst über mein Problem reden. Das versuchte ich auch mit ihm, nur brachte es nichts. So begann ich dann damit meine Probleme weg zutrinken, weil ich einfach nicht wusste wem ich von meinem Problem erzählen sollte. Beziehungsweise wer mich dann auch versteht. Nach einigen Monaten lernte ich dann Sabrina kennen welche mir sagte, dass sie Ritzen als eine Art Befriedigung mit ihrem damaligen Ex- Freund ansah. Daraus hat sich später auch meine Blutgeilheit entwickelt. Nur irgendwann wurden die Probleme immer größer, weil ich zu damaliger Zeit auch in die Sekte geraten bin. So gab es also Probleme mit Freunden, Schule usw. Das war auch der Grund warum ich angefangen habe mich in ein Utopia zu flüchten wo es all’ diese Probleme nicht gibt. Doch immer wenn ich dann wieder zurückkam waren auch die ganzen Probleme wieder da. Und weil sie mich einfach überrollt haben, weil es zu viele waren, hab ich dann auch wieder zur Klinge gegriffen. Heute nach über drei Jahren, hab ich endlich Leute gefunden, mit denen ich über meine Probleme reden kann und die mich auch verstehen. Demzufolge setz ich heute nicht mehr gleich an, aber ausgeschlossen ist es noch lange nicht und wird es sicher so schnell auch nicht. Und wenn aber die Leute zum reden nicht für mich da sein können, so hab ich das Problem, dass ich mich wieder selber betrügen muss, denn ich möchte mir kein Gerede von Leuten anhören die mich sowieso nicht verstehen. Deswegen zeige ich bei diesen Leuten in dieser Zeit eine ganz coole und lässige Fassade, während meine Seele innen am Boden zerstört ist und stundenlang weint.

Wer diese Zeilen von mir liest weiß mehr über mich als wie es vielleicht mancher nach meinem Tod noch nicht weiß, deswegen bitte ich den Leser dieses Werkes es mit Respekt zu behandeln.

gez.DerWerwolf
© 2007